Mit Gabi lachen Kinder wieder
Lauchringerin ist „Mama“ von 130 Straßenkindern. Mit einem Urlaub in Nepal fing alles an
Gabi Laszinger mit einigen ihrer 130 Kinder, denen sie in Nepal ein Zuhause und eine Zukunft gibt.
Bild: Happy Children
Lauchringen – 130 Kinder können wieder lachen und fröhlich sein. Die traurigen Augen, mit denen sie noch vor einiger Zeit in die Welt blickten, strahlen wieder. Sie hatten keine Zukunft, jetzt haben sie eine. Auch wenn sie weit weg, im fernen Nepal leben, geht einem ihr Schicksal zu Herzen, wenn man Gabi Laszinger erzählen hört. Die nur noch sporadisch in Lauchringen wohnende 46-Jährige, hat in Nepal ihre zweite Heimat gefunden und eine Aufgabe, die sie zwar oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit bringt, aber ihr auch Erfüllung gibt.
Ihre 130 Kinder, die sie fast alle Mama nennen, zählten einst zu den Ärmsten der Armen. Sie waren größtenteils verwahrloste, hungernde Straßenkinder, bis Gabi Laszinger sie von der Straße runterholte und ihnen ein Zuhause gab. Damals, 1999, als es mit drei in sengender Hitze auf der Straße liegenden Jungen anfing, war sie als Touristin in Nepal unterwegs. Heute ist sie ausschließlich für ihre große Familie da. Dachorganisation für ihre Aktivitäten ist der Verein „Happy Children“.
Gabi Laszinger bei der Entgegennahme des Bundesverdienstkreuzes aus den Händen von Bundespräsident Christian Wulff am 6. Dezember diesen Jahres.
Bild: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
Für ihren großen sozialen Einsatz konnte Gabi Laszinger Anfang Dezember die höchste Auszeichnung entgegen nehmen, die unser Land zu vergeben hat. Aus den Händen von Bundespräsident Christian Wulff erhielt sie für ihr außerordentliches ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz. „Ich habe mich natürlich gefreut und sehe die Auszeichnung als Bestätigung meiner Arbeit“, meint Gabi Laszinger. Jedes Kind wird in ihren beiden Kinderhäusern, eines in Kathmandu, eines im Süden Nepals, individuell betreut. „Die meisten erfahren zum ersten Mal, dass sich jemand um sie kümmert, dass jemand an sie glaubt“, erzählt Gabi Laszinger.
Bei der Erziehung ihrer Kinder hat sie klare Grundsätze. Dass sie einander helfen, achtsam miteinander umgehen und Mitgefühl zeigen, ist ihr wichtig: „Die Welt hat Egoisten genug, ich möchte nicht noch mehr erziehen.“ Das fürsorgliche Miteinander bezieht auch Tiere mit ein. Mit Hunden, weißen Mäusen, Ponys, Eseln, Kühen und Federvieh wachsen die Kinder auf. Etliche der Tiere haben die Kinder aufgelesen und vor dem Tod gerettet.
Die Tiere helfen den Kindern, ihre oft traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten. Trotz immer wieder auftretender Probleme, wird Gabi Laszinger ihre Kinder nie im Stich lassen: „Ich kann nicht Hoffnung machen und dann sagen, jetzt ist Schluss, ich habe so viel Arbeit und Energie rein gesteckt und es läuft gut, die ersten drei Kinder studieren.“ Doch damit kommen weitere Herausforderungen auf „Happy Children“ zu, denn studieren ist teuer in Nepal. |