• Gabrilla Laszinger

ERDBEBEN IN NEPAL

Als am 25.4.2015 kurz vor Mittag die Erde mit einer Stärke von 7.8 auf der Richterskala bebte, stand in Nepal die Erde still.


Das Erdbeben bewegte die Erdplatten massiv und verschob Kathmandu dabei um 3 Meter. Die Erschütterungen rührten von gerade einmal 15 km unterhalb der Erdoberfläche.


Die Menschen müssen sich gefühlt haben, als würden sie sich auf einer Schiffschaukel unkontrolliert hin und her bewegen. Doch das ohrenbetäubende Dröhnen und Röhren erinnerte wohl eher an eine Rüttelplatte, wie man sie von Baustellen kennt. In nur wenigen Sekunden brachte diese Naturgewalt viele Häuser unter riesigen Staubwolken zum Einstürzen.


Selbst die Bewohner aus anscheinend „sicheren“, modernen Betonhäusern mussten mit ansehen, wie ihre Häuser wie nach einer Explosion in sich zusammenfielen.


Viele verloren jeden Orientierungssinn und taumelten nur noch hin und her.


Die Betroffenen wollten dem Erdbeben entfliehen, doch es gab kein Entkommen.


Mutter Erde zeigte, wie mächtig sie ist. Ob jung oder alt, reich oder arm: In diesen Sekunden waren wir alle gleich.


Menschen verloren ihr Leben und viele ihr Zuhause. Manche verloren sogar alles, was sie hatten. Sie hatten vorher schon nicht viel und hinter her blieb ihnen gar nichts mehr.


Die Jugendlichen von Happy Children haben sich vorbildlich benommen und mit Ruhe, Mut und Besonnenheit vielen Menschen geholfen. Ob es unsere Champa war, die als Kind durch ihre starke Rückgradverkrümmung selbst fast ihr Leben verloren hatte und im Kino die Panik der Menschen versuchte zu beruhigen; oder einer unserer großen Jungen, der an Kinderlähmung litt und durch seine Behinderung gehandicapt ist, hat in der Stadt sogar einen abgeriegelten Zaun durchbrochen, um Hunderte von Menschen ins Freie zu geleiten, die sonst in den engen Gassen der Stadt unter Trümmern begraben worden wären. Beide haben ihr eigenes Glück nicht vergessen: nämlich durch eine Operation gerettet worden zu sein.

Unermüdlich leisteten sie mit den anderen Jugendlichen des Heimes Abriss- und Aufbauarbeiten und gingen dabei bis an die Grenzen ihrer Kräfte. Sie wollten sich nicht auf ihrem Glück, nur leichte Verletzungen davon getragen zu haben ausruhen, sondern wollten so vielen Menschen wie nur möglich helfen. Bis in die hintersten Dörfer haben wir Reissäcke auf den Schultern getragen oder stundenlange, mühsame Fahrten in Kauf genommen um auch die Menschen in den entlegensten Regionen zu versorgen. Anfangs hatten wir Sorge um 3 Kinder, die erst Tage danach wieder ins Heim zurückgefunden haben. Aber schnell haben wir trotz Nahrungs- und Trinkwasserknappheit gehandelt und das, was wir hatten, mit vielen geteilt. Viele Mitarbeiterfamilien und Dorfbewohner schliefen bei uns unter den Plastikplanen, in dieser Zeit wollte niemand alleine sein. Wir kochten, aßen und schliefen im Freien. Wir hatten Angst vor Plünderern und wilden Tieren, die größeren Jungs halfen bei nächtlichen Rundgängen um die Sicherheit der anderen Kinder, zu gewährleisten.


Wir im Happy Children Haus haben dennoch großes Glück gehabt. Durch unsere erdbebensichere Bauweise und viel Erdbebentraining haben wir weder Tote noch eingestürzte Gebäude zu beklagen gehabt.


Lange schliefen viele Menschen in Zelten und unter Plastikplanen. So auch die Kinder des Happy Children Hauses. Ein Jahr lang bebt es noch nach und bis zur Überprüfung der Gebäude von Statikern war es nicht sicher in die Häuser zurück zu kehren. Die Aufbauarbeiten gingen schleppend voran. Aus Mangel an schwerem Gerät und der Ungewissheit, wann das nächste Beben wieder alles erschüttern lässt. Die Regenzeit war stürmisch. Heftige Winde haben zahlreichen Menschen den provisorischen Nässeschutz unter Plastikplanen genommen, sodass diese gar nichts mehr hatten.


Das Leben forderte viel von den Nepalesen, die in ihrem Leben schon einiges gewohnt waren. Allerorts herrschte der „Erdbebenmodus“. Bei jeder Tür, die laut ins Schloss fiel, bei jedem Lastwagen, bei jedem Flugzeugdröhnen und selbst beim Magenknurren schreckten wir auf. Es dauerte lange bis sich die Spuren dieses Desasters gelegt hatten. Kein Wunder, denn der Himalaya kam einfach nicht zur Ruhe.


Bis Juli 2015 gab es 352 Nachbeben über der Stärke 4.

Fast 10 000 Menschen verloren ihr Leben.

Fast 20 000 Menschen wurden verletzt.

Über 200 000 Häuser wurden beschädigt.

Über 500 000 Häuser wurden zerstört.


Über 2,8 Millionen Menschen benötigten dringend Hilfe.

Besonders das zweite Beben hatte alle so sehr geschockt, dass sie kaum zur Normalität zurückfanden. Hat man sich beim 1. Beben noch damit getröstet, dass es eine einmalige Sache war, so hat man beim 2. Beben schon fast die Welt untergehen sehen. Das, was beim 1. Erdbeben im April noch stehen blieb, fiel vielerorts dann beim 2. Erdbeben im Mai wie ein Kartenhaus zusammen.

Besonders die kleinen Dörfer waren davon betroffen. Manche Dörfer waren vollständig in Schutt und Asche untergegangen und dem Erdboden gleichgemacht worden. Die Menschen hofften, von der Welt nicht vergessen zu werden.


Aus diesem Grunde waren wir sehr bestrebt, Nahrungsmittel, Zelte, Decken, Plastikplanen, Wasserfilter, Spielzeug, Medikamente und eine Grundausstattung zum Kochen sowie zur Feldarbeit bereitzustellen. Es konnte vielen Hundert Menschen mit Grundrationen über die schlimmste Zeit hinweggeholfen werden. Die Menschen waren teilweise so verzweifelt, dass die Lebenden die Toten beneidet hatten, denn sie mussten wenigstens nicht mehr leiden.


Oft hat uns der Anblick der verzweifelten Menschen zu Tränen gerührt. Oft hatte es uns sprachlos gemacht und nicht schlafen lassen. Besonders die Angst der Menschen berührte unsere Herzen sehr. Traumaarbeit war dringend nötig. Wir bemühten uns, die Not vieler Menschen zu lindern.



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